Festival MainzMusik 2019: CONTINUUM


CONTINUUM. Improvisation – Komposition

Möglichkeiten, Bedeutungen, Differenzen, Grenzen

Erneut rückt die Konzertreihe MainzMusik die zeitgenössische Musik ins Zentrum und präsentiert – intensiv geballt an einem kompakten Musikwochenende – Veranstaltungen, die ungewöhnliche Klangfarben und neue Kompositionen erfahrbar machen.

In den Konzerten stellen sich die Schlagwerk-Klasse und das Experimental Sound Orchestra der HfM vor, bei „Musik im Gespräch“ werden die beiden Komponistinnen Violeta Dinescu und Julia Mihály portraitiert, deren Arbeiten sich im Spannungsfeld von Komposition, Improvisation und Performance bewegen. Die Künstlerinnen machen ihre Musik „greifbar“ und geben Auskunft zu Entstehung und Intention ihrer Werke.

Eingefasst sind die Konzerte in einen größeren interdisziplinären Rahmen:
Das Projekt „Continuum“ stellt im Sommersemester 2019 das Thema Improvisation in möglichst vielen Facetten in den Mittelpunkt der künstlerischen wie wissenschaftlichen Auseinandersetzung in der Beschäftigung mit Musik. In mehreren Vorträgen von Fachleuten unterschiedlichster musikalischer Herkunft soll das Spannungsfeld von Improvisation und Komposition in den beteiligten Bereichen einer intensiven musikwissenschaftlichen, musiktheoretischen und musikpädagogischen Untersuchung unterzogen werden. Ergänzend werden verschiedene Workshops mit professionellen Improvisierenden unterschiedliche Perspektiven des Improvisierens dann künstlerisch-praktisch vermitteln.

Begleiten Sie uns am Wochenende vom 14. bis 16. Juni auf einer theoretisch-praktischen, improvisiert-tradierten Erkundungsreise durch die (zeitgenössische) Musik!

Beteiligt sind die Abteilungen Kirchenmusik/Orgel, Jazz und Populäre Musik, Schulmusik, Elementare Musikpädagogik und Musiktheorie, außerdem das Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, Abteilung Musikwissenschaft, im Fachbereich 07.

Die wissenschaftliche Projektleitung des Lehrprojekts CONTINUUM hat Prof. Dr. habil. Birger Petersen inne, das Konzertprogramm von MainzMusik steht unter der künstlerischen Leitung von
Prof. Dr. Immanuel Ott.

CONTINUUM wird ermöglicht durch die großzügige Förderung des Gutenberg Lehrkollegs.

Sofern nicht anders angegeben: Eintritt frei. Spenden erwünscht.

 

Freitag 14. Juni | 19:30 Uhr | Schott Music, Karl-Amadeus-Hartmann-Saal (Weihergarten 5, 55116 Mainz)
Composed Improvisation
Leitung: Christian R. Wissel
Die Schlagwerk-Klasse der HfM präsentiert sich zum Auftakt des diesjährigen MainzMusik-Festivals mit einem spannenden Programm, in dem den Grenzlinien zwischen komponierter und improvisierter Musik nachgespürt wird. Was geschieht, wenn man sich improvisatorisch von notierter Musik löst und was, wenn man bereits improvisierte Musik arrangiert und niederschreibt, also gewissermaßen neukomponiert? So ergibt sich ein Spannungsfeld, bei dem es nicht um ein „entweder – oder“, sondern vielmehr – um es mit Morton Feldman zu sagen – um ein „weder  – noch“ geht.

 

Samstag 15. Juni | 19:30 Uhr | Roter Saal/Black Box /Orgelsaal
Wandelkonzert:  Die Lange Nacht der Improvisation
Der Abend beginnt mit einem Konzert des Experimental Sound Orchestra, dem als spartenübergreifendes Projekt für Musikerinnen und Musiker aller Abteilungen konzipierten Ensemble für Neue Musik der HfM Mainz. Unter der Leitung der Komponistin und Performerin Julia Mihály werden Werke und Improvisationen aufgeführt, die von unterschiedlichsten Ideen und Inspirationen ausgehend aktuelle Tendenzen des zeitgenössischen Ensemblemusizierens thematisieren.

Im Anschluss wandelt das Publikum zu Improvisationskonzerten von Orgel und Jazz – Ergebnisse der Workshops finden hier direkten Eingang in das Programm.
Leitung: Julia Mihály, Prof. Hans-Jürgen Kaiser, Markus Stockhausen

 

Sonntag 16. Juni | 10:00 Uhr | Roter Saal
Neue Musik im Gespräch 1: Violeta Dinescu
In der Konzertreihe „Musik im Gespräch“ wird Neue Musik mit Werkeinführung, Interview und ästhetische Reflektion verbunden.

Ausgehend von ihrer intensiven Beschäftigung mit der rumänischen Volksmusik spürt die Komponistin und Pianistin Violeta Dinescu dem Verhältnis von europäischen und osteuropäischen Musiktraditionen nach. Eine zentrale Bedeutung in ihrer Arbeit hat dabei die Schaffung von improvisatorischen Freiräumen innerhalb ihrer Werke für die Interpreten ihrer Musik.
Durch das Programm führt Prof. Thomas Hell.

 

Sonntag 16. Juni | 17:00 Uhr | Roter Saal / Black Box
Neue Musik im Gespräch 2: Julia Mihály
Die Komponistin und Performerin Julia Mihály, deren Arbeiten sich auf der Grenze von zeitgenössischer Musik, Performancekunst und Elektroakustischer Musik bewegen, benutzt in ihren Werken ihre Stimme als Ausgangspunkt für vielfältige elektronklangliche Modifikationen. Sie verwendet dabei zur Steuerung der Klangmanipulationen neben unterschiedlichsten haptischen Controllern auch Bewegungssensoren, durch die die Bewegungen des Körpers während einer Performance in Klang umgewandelt werden.
Durch das Programm führt Prof. Dr. Immanuel Ott.

ab 10 Uhr | Black Box
Die Tagung rückt gemeinsame und übergreifende Fragen der Improvisation, vor allem ihrer Vermittlung, in den Mittelpunkt: Wie lehren (und lernen) wir Improvisation? Und was können wir voneinander lernen? Die Referierenden stammen aus den wissenschaftlichen Disziplinen Musikpädagogik, Musiktheorie und Musikwissenschaft. Die Tagung richtet sich an Studierende und Lehrende – der Hochschule für Musik Mainz, aber darüber hinaus auch an Interessierte anderer Fachbereiche und Institutionen.

Prof. Dr. Immanuel Ott, Mainz
Improvisationsmodelle der Renaissance und ihre Harmonik

Prof. Dr. Markus Roth, Essen
Die Improvisation von Kadenzen in der Wiener Klassik

Helena Schuh, Mainz
Inszenierte Spontaneität als Analysekategorie.
Satzmodelle in Beethovens op. 58

Prof. Dr. Birger Petersen, Mainz
Improvisation in der französischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts

Prof. Violeta Dinescu, Oldenburg
Improvisation und Komposition in meiner Kammermusik

Prof. Hans-Jürgen Kaiser, Mainz
Orgelimprovisation im Gottesdienst: Eine kommunikative Notwendigkeit

Prof. Sebastian Sternal, Mainz
Improvisation und Sprache

Prof. Jesse Milliner, Mainz
Improvisation und Komposition im Jazz

Claudius Valk, Mainz
Entwicklung musikalischer Persönlichkeit in der Improvisation – eine Methode

Dr. Philippe Gonin, Dijon
L'improvisation en concert chez Pink Floyd entre 1968 et 1972

Prof. Dr. Anne Steinbach, Mainz
Improvisation mit Kindern

Parallel finden am Wochenende 14.-16. Juni mehrere Workshops statt, die künstlerisch-praktisch die Erkenntnisse und Entwürfe der Tagung umsetzen. Die Workshops richten sich an Studierende und Lehrkräfte, aber auch an Lehrerinnen und Lehrer des Landes Rheinland-Pfalz.

Alexander Gelhausen, Mainz
Vokale Improvisation

Julia Mihály, Frankfurt
Improvisation und Performance

Michael Gees, Köln
Kammermusikalische Improvisation und Spontankomposition

Angelika Sheridan, Köln
Improvisationsorchester

Andreas Steffens, Mainz
„First Steps“: Konzepte zum Einstieg in Improvisation und freies Spiel


Weitere CONTINUUM-Workshops im Sommersemester:

Mo. 03.06. | 16:00-18:00 Uhr | Roter Saal
Freie Improvisation und Intuitive Musik jenseits aller Grenzen
mit Markus Stockhausen, Köln
Der Kurs richtet sich an die Studierenden der Hochschule für Musik Mainz.
Darüber hinaus steht er Interessierten zur passiven Teilnahme offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Do. 27.06. + Fr. 28.06. | ganztags | Orgelsaal
Orgelkultur – Nachwuchs, Vermittlung, Zukunft
mit Annegret Schönbeck, Stade
Der Kurs richtet sich an die Studierenden der Hochschule für Musik Mainz.
Darüber hinaus steht er Interessierten zur passiven Teilnahme offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die genauen Kurszeiten: Donnerstag, 27.6. von 10–17 Uhr und Freitag, 28.6. von 10–13 Uhr.

Di. 21.05. | 19:30 | Orgelsaal
Orgelkonzert mit Prof. Jaroslav Tůma, Prag
Literatur und Improvisation

Do. 06.06. | 19:30 | St. Stephan, Mainz (Kleine Weißgasse 12, 55116 Mainz)
Orgelkonzert „Improvisation in der Komposition“
Werke von Buxtehude, Bach, Alain, Cochereau, Bovet
Orgel: Prof. Gerhard Gnann
Durch das Programm führt Prof. Dr. Birger Petersen.

Flankierend wird das Thema Improvisation durch das ganze Sommersemester hindurch auch außerhalb der curricularen Lehr- und damit verbundenen Konzertveranstaltungen einen Ort an der Hochschule für Musik Mainz erhalten: Geplant sind eine ganze Reihe von Schwerpunktkonzerten und Vorträgen, um so das Thema Improvisation über die reguläre Verankerung des Themas in der Lehre hinaus zu einem Schwergewicht in der Beschäftigung aller Beteiligten an der Hochschule für Musik Mainz zu machen.