Die Abteilung Kirchenmusik / Orgel setzt mit der Kombination ihrer Instrumente Maßstäbe für Forschung und Lehre im europäischen Raum.
Das Hauptinstrument im eigens hierfür gebauten und daher akustisch auf die Orgel abgestimmten Konzertsaal ist eine kraftvoll, brillant und dennoch warm klingende Orgel der renommierten Goll Orgelbau AG aus Luzern. 2013 kam ein weiteres Schmuckstück dazu – und bietet seither in Europa einmalige Studienbedingungen: Bei der „Spanischen Orgel“ handelt es sich um die stilgetreue Kopie einer historischen Orgel des „Goldenen Zeitalters“ Spaniens aus der Werkstatt von Joaquín Lois aus Tordesillas, Kastilien. Mit ihr wird ein effektives Studium der historisch informierten Aufführungspraxis im eigenen Haus ermöglicht.
Die direkte Anbindung des Orgelsaals an das Tonstudio schafft beste Voraussetzungen für professionelle Aufnahmen. Regelmäßig finden Austausche mit Dozenten anderer Musikhochschulen sowie Exkursionen zum Studium an bedeutenden Instrumenten statt. Die Abteilung ist in Rheinland-Pfalz sowie dem gesamten Bundesgebiet durch ihre Aktivitäten bestens vernetzt, viele Absolventinnen und Absolventen sind heute an herausragenden Positionen tätig.
Aufgrund der in Deutschland einmaligen Hochschulsituation – die Hochschule für Musik ist in die Johannes Gutenberg Universität Mainz eingegliedert – können darüber hinaus auch fächerübergreifende Angebote anderer universitärer Fachbereiche zur Schwerpunktsetzung genutzt werden:
- Kunstgeschichte
- Musikwissenschaft
- evangelische oder katholische Theologie
Der 2008 bezogene Neubau der Hochschule für Musik auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität bietet auch für die Präsentation von Orgelmusik hervorragende Voraussetzungen. Jahrelange Vorbereitungsarbeiten für den Orgelneubau mündeten in einer internationalen Ausschreibung nach EU-Richtlinien. Die renommierte Schweizer Firma Goll aus Luzern ging als Sieger aus diesem Auswahlverfahren hervor.
Die Orgel wurde bewusst nicht in den Konzertsaal der Musikhochschule eingebaut, sondern steht in einem eigens für dieses Instrument gebauten und akustisch entsprechend ausgerichteten Saal. Das Instrument kann so uneingeschränkt für Lehre und Konzerte genutzt werden. Die Orgelkonzertreihe „Die Königin lässt bitten… Orgelmusik auf dem Campus“, an der international renommierte Künstlerinnen und Künstler, Lehrende und Studierende der Hochschule für Musik beteiligt sind, bereichert das kulturelle Leben der Region.
I Hauptwerk C-a3
- Bourdon 16‘
- Princial 8′
- Hohlflöte 8′
- Spitzgamba 8′
- Octave 4′
- Spitzflöte 4′
- Superoctave 2′
- Mixtur III-IV 11/3‘
- Trompete 8‘
II Positiv (schwellbar) C-a3
- Gedackt 8‘
- Salicional 8‘ mit Gedackt 8’
- Principal 4‘
- Sesquialtera II
- Flageolet 2′
- Larigot 11/3′
- Scharff III 1′
- Klarinette 8′
- Tremulant
III Schwellwerk C-a3
- Bourdon 16’
- Flöte 8′
- Gambe 8′
- Voix Célèste 8′ ab c°
- Traversflöte 4′
- Nasard 22/3′
- Schweizerpfeife 2′
- Terz 13/5′
- Plein jeu III-IV 2′
- Trompete 8′
- Oboe 8′
- Tremulant
Pedal C-g1
- Principal 16’
- Subbass 16′
- Octavbass 8′
- Rohrflöte 8′
- Octave 4′
- Fagott 16′
- Trompete 8′
Koppeln II-I, III-I, III-II, III16’-III, I-P, II-P, III-P, III4’-P
Traktur rein mechanisch, Doppeltraktur für die Register
xXFotos Einbau Goll-Orgel?Xx??
Seit Dezember 2013 verfügt die Hochschule für Musik Mainz über eine stilgetreue Kopie einer spanischen Orgel des sogenannten Goldenen Zeitalters Spaniens (16. bis 18. Jahrhundert). Das farbenfrohe und liebevoll ausgearbeitete Instrument stammt aus der Werkstatt des Orgelbauers Joaquin Lois in Tordesillas, Kastilien, und ist in allen Belangen historisch detailgetreu nachgebaut. Die „Spanische Orgel“ ist gegenüber einer modernen Orgel der Firma Goll im Orgelsaal der Hochschule für Musik Mainz aufgestellt. „Wir sind damit die einzige europäische Musikhochschule, die im eigenen Haus über ein solches Instrument verfügt“, erklärt Gerhard Gnann, Professor für Orgel, der die Anschaffung der Spanischen Orgel betreute und organisierte und dabei von der Forschungsförderung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), den „Freunden der JGU“ sowie privaten Förderern unterstützt wurde.
Das Instrument leuchtet in den traditionellen Farben des Spanischen Barocks (türkis, gold, blau, grün und weiß), die mit großer Handwerkskunst auf dem massiven Kiefergehäuse aufgetragen wurden und wie in einer Marmorierung harmonisch ineinander laufen. Auffällige Details sind die aus Metall gefertigten, in ihrer Größe aufsteigenden Reihen spanischer Trompeten und die Tastatur aus Porzellan und Ebenholz. Auch der Klang des Instruments ist farbig und unverwechselbar: Das Spektrum reicht von charaktervollen kantablen Prinzipalen über majestätische, imposante Klänge bis zum markanten Bajoncillo der spanischen Trompete. „Die Spanische Orgel spricht perfekt spanisch, genauer gesagt kastilisch. Sie ist geschaffen für die spanische Orgelliteratur des „Siglo Oro“, so Prof. Gnann. Für die Studierenden ist die Spanische Barockorgel ein einzigartiges Geschenk, denn ihnen wird ein effektives Studium der so genannten historischen Aufführungspraxis im eigenen Haus ermöglicht. Die Möglichkeit der manuellen Betätigung der Windanlage bedeutet eine weitere orgelbauliche Attraktion. Das Instrument fördert auch eine weitere Vernetzung der Abteilung für Orgel und Kirchenmusik mit anderen Abteilungen des Hauses und der Universität.
Disposition der Spanischen Barockorgel von Joaquín Lois (Tordesillas)
- Flautado de 13 8’
- Octava 4’
- Tapadillo 4’
- Docena 2 2/3’
- Quincena 2’d
- Diecisetena 1 3/5’
- Decinovena 1 1/3’
- Lleno III 1’
- Corneta VI 8’
- Trompeta real 8’
- Bajoncillo 4’ / Clarin 8’
1-manualig mit 45 Tasten (C-c’’’). Kurze Oktave
„flautado“ (Prinzipal) im Prospekt
Alle Register sind geteilt in Bass und Sopran (linke und rechte Hand); Teilung zwischen c’ – cis’
Weitere Professuren:
- Univ.-Prof. Wolfram Koloseus (Orchesterleitung)
- apl.-Prof. Christian Rohrbach (Orchesterleitung)
Lehrbeauftragte:
- Lutz Brenner (Orgelimprovisation)
- Thomas Drescher (Deutscher Liturgiegesang)
- Kilian Gottwald (Orgelbaukunde)
- Niklas Hahn (Liturgik/Glaubenslehre)
- Carolin Kaiser (Methodik/Didaktik des Orgelunterrichts)
- Christine Pfeifer-Huberich (Gregorianik)
- Wolfgang Portugall (Partiturspiel/Generalbass)
Projektmitarbeit:
keine Downloads verfügbar
Orgelakademie
Vom 23. bis 27. März 2026 findet die Akademie für Orgelimprovisation im Gottesdienst in Mainz statt.
Weitere Informationen finden Sie hier.