Anna Pikulska, geboren in Oppeln (Polen), studierte von 2004 bis 2009 an der Musikakademie (Hochschule für Musik) Karol Szymanowski in Kattowitz Orgel bei Julian Gembalski.

Es folgte ein Aufbaustudium in der Solistenklasse von Gerhard Gnann an der Hochschule für Musik Mainz, einem Fachbereich der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz, welches sie 2012 mit dem Konzertexamen mit Auszeichnung abschloss.

2011 wurde sie mit dem Preis für besonders begabte Nachwuchskünstlerinnen der JGU ausgezeichnet, verbunden mit einer Dozentenstelle in der Abteilung Kirchenmusik/Orgel der Hochschule für Musik Mainz.

Von 2013 bis 2015 war sie Juniormitglied der Gutenberg-Akademie (Gutenberg Academy Fellows Program) der JGU, dem Exzellenzprogramm der Universität für Doktoranden.

Im Rahmen von Studien bei Jacques van Oortmerssen in Amsterdam sowie zahlreichen Meisterkursen u. a. bei Christoph Bossert, Pieter van Dijk, Thierry Escaich, Bernhard Haas, Olivier Latry und Daniel Roth erhielt sie wertvolle künstlerische Impulse.
Anna Pikulska wurde bereits während ihrer Studien in Polen mehrfach mit Stipendien des Kultusministers, des Ministerpräsidenten sowie der Stiftung für junge Talente des Präsidenten der Republik Polen ausgezeichnet.

Sie hat bei Konzerten im In- und Ausland sowie als Preisträgerin mehrerer Orgelwettbewerbe auf sich aufmerksam gemacht.

Sie war Preisträgerin u. a. beim Internationalen Orgelwettbewerb Brünn (zusätzlich Sonderpreis), FUGATO-Wettbewerb Bad Homburg, VII. Internationalen Orgelwettbewerb um den Hermann Schroeder-Preis Trier (zusätzlich Publikumspreis) und beim Wettbewerb um den Bachpreis Wiesbaden. Beim J. P. Sweelinck-Wettbewerb Danzig gewann sie die Auszeichnung für die beste Aufführung eines Werks von J. P. Sweelinck. 2011 war sie Semifinalistin des Internationalen ARD-Wettbewerbs in München. Daneben erhielt sie in Anerkennung ihrer künstlerischen Leistungen und Erfolge zahlreiche Stipendien und Förderungen; u. a. war sie Stipendiatin der Walter und Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung Mainz, der Paul und Maria Kremer-Stiftung Köln sowie der Stiftung Eberhard Kraus zur Förderung junger Organisten.

Nach Lehraufträgen an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg und am Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz unterrichtet sie derzeit auch an der Karol Szymanowski Musikakademie (Hochschule für Musik) in Kattowitz.

Seit Oktober 2016 ist Anna Pikulska an der Hochschule für Musik Mainz als wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterin in der Abteilung Kirchenmusik/Orgel tätig.

2016 erfolgte mit Orgelmusik aus der Wieskirche an der neuen Winterhalter-Orgel in der weltberühmten Wieskirche ihre erste eigene CD-Einspielung.
2017 ermöglichte ein Universitäts-Förderpreis Anna Pikulska im Rahmen eines Forschungsprojekts die Produktion eines Doppel-CD-Albums, für das sie an der Trost-Orgel in Waltershausen und an der Gottfried Silbermann-Orgel im Freiberger Dom Werke von Johann Sebastian Bach einspielte. Die Doppel-CD wurde 2018 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Im Rahmen ihrer Beschäftigung an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, die neben einer großen Goll-Orgel auch über den Nachbau einer spanischen Barockorgel verfügt, hat sich Anna Pikulska seit 2016 zudem sowohl künstlerisch als auch wissenschaftlich mit besonderem Interesse der spanischen Orgelmusik gewidmet.

Als jüngstes „Teilergebnis“ dieser vertieften Beschäftigung mit iberischer Musik wurde 2025 eine SACD-Einspielung ausgewählter Orgelwerke von Juan Cabanilles an der historischen Bartholomé-Sánchez-Orgel in Cariñena (Aragón/Spanien) bei MDG (Musikproduktion Dabringhaus und Grimm) veröffentlicht. Die Veröffentlichung ihrer zweiten SACD, eingespielt an der historischen Renaissanceorgel von Villanueva de Huerva (Saragossa/Spanien) mit Werken von J. P. Sweelinck und von Komponisten aus Aragón, ist für das Frühjahr 2026 ebenfalls bei MDG geplant.

Neben ihrer Tätigkeit als Hochschullehrerin, als Dozentin bei Meisterkursen, als Wettbewerbsjurorin und Konzertorganistin arbeitet Anna Pikulska derzeit an ihrem Dissertationsprojekt über die aufführungspraktischen Aspekte der Orgelwerke von Juan Cabanilles (Hochschule für Musik, Kattowitz).

Als Anschlussprojekt zu den zwei spanischen Einspielungen hat die Künstlerin die Orgelmusik von Johann Christian Heinrich Rinck in den Blick genommen und plant u.a. die Veröffentlichung der neuen Notenedition von Rinck. Ihre Arbeiten beruhen auf Originalausgaben und Handschriften der Universitätsbibliotheken in Darmstadt, Detmold und Yale.

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