Kirchenmusikstudierende beider Konfessionen sind nach Mainz eingeladen, um in Workshops Orgelimprovisationen in vielfältigen Stilistiken zu erarbeiten und die Ergebnisse in Gottesdienst und Konzert zu präsentieren.
Ziel der Akademie ist es, die enorme Ausdruckskraft gottesdienstlicher Orgelmusik öffentlich darzustellen und auch den Stellenwert der Orgelimprovisation im Kirchenmusikstudium und im Kontext anderer musikalischer Disziplinen zu zeigen und weiterzuentwickeln.
Schirmherrschaft:
Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz
Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf
Akademie für Orgelimprovisation im Gottesdienst in Mainz
45 Kirchenmusikstudierende aus nahezu allen Hochschulen mit dem Studiengang Kirchenmusik in Deutschland und Österreich kamen vom 23. bis 27. März 2026 auf Einladung der Evangelischen Direktorenkonferenz Kirchenmusik (DK) sowie der Konferenz der Leiterinnen und Leiter katholischer Kirchenmusikalischer Ausbildungsstätten (KdL) in Mainz zusammen. Fünf Tage lang widmeten sie sich intensiv Fragen der Orgelimprovisation im Gottesdienst. Die Schirmherrschaft übernahmen die Kirchenpräsidentin der EKHN, Prof. Dr. Christiane Tietz, und der Mainzer Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf.
Zentrum der Akademie war die Hochschule für Musik Mainz, die zugleich als Veranstalterin fungierte. Dort standen hervorragende Instrumente für den täglichen Unterricht zur Verfügung. Ergänzend fanden Gottesdienste, Unterrichtseinheiten und Konzerte in zahlreichen Innenstadtkirchen statt, wodurch die Teilnehmenden die stilistische Vielfalt der Mainzer Orgellandschaft kennenlernen konnten.
Mit Prof. Jürgen Essl (Stuttgart), Prof. Hans-Jürgen Kaiser (Mainz), Prof. Philippe Lefebvre (Paris) und Prof. Martin Sturm (Weimar) konnten vier international renommierte Dozenten gewonnen werden. Ihre unterschiedlichen künstlerischen und pädagogischen Ansätze wurden von den Teilnehmenden als besonders bereichernd erlebt. Dies spiegelte sich auch in den stilistisch und formal vielfältigen Improvisationen wider, die in öffentlichen Gottesdiensten und Konzerten präsentiert wurden.
Die 4. Akademie, dieses Jahr erstmals in Mainz, war geprägt durch:
- ein tägliches ökumenisches Morgengebet in St. Bonifaz
- rotierende Unterrichtsphasen in Arbeitsgruppen mit bis zu zwölf Studierenden
- öffentliche Ateliers in der Hochschule für Musik
- ein „Work-in-progress“-Konzert
- ein Dozentenkonzert im Mainzer Dom
- ein Abschlusskonzert der Teilnehmenden in St. Stephan
- einen einführenden Impulsvortrag von Prof. Dr. Birger Petersen
- umfangreiche Übzeiten in den Kirchen und der Musikhochschule
- das gemeinsame Arbeiten, Essen und Wohnen von Teilnehmenden und Lehrenden
Für viele Teilnehmende stellte das Morgenlob zunächst eine ungewohnte liturgische Form dar. Im Verlauf der Woche entwickelte es sich jedoch – trotz der frühen Stunde – zu einem besonderen Höhepunkt des Tages. Von Beginn an wurde es kreativ gestaltet: durch Gesang, Orgelimprovisation und ein feines Gespür für die liturgische Gestaltung.
Neben der künstlerischen Arbeit bot die Akademie auch Raum für Austausch und Vernetzung. Es entstanden Kontakte über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg sowie persönliche Verbindungen, die über die Akademie hinaus Bestand haben werden.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten an der Hochschule für Musik Mainz, die sich für die Organisation und Durchführung der Akademie engagiert haben sowie den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden der Mainzer Innenstadt für ihre Unterstützung. Ausdrücklich zu danken ist aber auch den beiden Konferenzen (DK und KdL), die diese Akademiereihe seit Jahren an verschiedenen Orten initiieren.
- Prof. Jürgen Essl – Stuttgart
- Prof. Hans-Jürgen Kaiser – Mainz
- Prof. Philippe Lefebvre – Paris
- Prof. Martin Sturm – Weimar
- Goll-Orgel, HfM Mainz
- Rieger-Orgel, HfM Mainz
- Spanische Orgel, HfM Mainz
- Goll/Rieger-Orgel, Hoher Dom zu Mainz
- Klais-Orgel, St. Stephan Mainz
- Dreymann-Orgel, St. Ignaz Mainz
- Oberlinger-Späth-Orgel, St. Bonifaz Mainz
- Mühleisen-Wilbrand-Orgel, St. Peter Mainz
- Förster & Nicolaus-Orgel, Christuskirche Mainz
- Ott-Müller-Orgel, Antoniuskapelle Mainz
Täglich
- Unterricht und Workshops mit allen Dozenten
- Musikalische Gestaltung eines Morgenlobs (Antoniuskapelle / St. Bonifaz)
Öffentliche Ateliers
- Mittwoch | 15.00 – 17.30 Uhr | Jürgen Essl & Hans-Jürgen Kaiser, Orgelsäle der HfM Mainz
- Donnerstag | 15.00 – 17.30 Uhr | Philippe Lefebvre & Martin Sturm, Orgelsäle der HfM Mainz
Domführung
- mit Domorganist Prof. Daniel Beckmann
Montag, 23.03. | 19:30 Uhr
„Willkommen in Mainz“ – Konzert und Austausch
im Orgelsaal der HfM Mainz
Anschließend: Begegnungsabend mit dem Rotary-Club Mainz
Dienstag, 24.03. | 20:05 Uhr
Dozentenkonzert im Rahmen des Mainzer Orgelzyklus
im Hohen Dom zu Mainz
Mittwoch, 25.03. | 19:30 Uhr
Work in progress – Konzert mit den Teilnehmer:innen der Akademie
im Orgelsaal der HfM Mainz
Donnerstag, 26.03. | 19:30 Uhr
Abschlusskonzert der Teilnehmenden
in St. Stephan, Mainz
Wir danken
- Bistum Mainz
- Landeskirche Hessen und Nassau
- Direktorenkonferenz Kirchenmusik in der EKD
- Konferenz der Leiter*innen katholischer kirchenmusikalische Ausbildungsstätten (KdL)
- Gesellschaft der Orgelfreunde e.V.
- sowie den Orgelbau-Firmen Goll und Rieger