Jazz war und ist der Schmelztiegel der Musik im 20. und 21. Jahrhundert. Er vereint Gegensätze, er bringt Elemente aus Klassik, Pop und folkloristische Einflüsse bis hin zu Neuer Musik zusammen, und – er entsteht im Moment und spiegelt ihn wider, in den Worten von Herbie Hancock: „Jazz ist about capturing the moment“. Dies ist das Wesen von Improvisation. Die Fähigket zu improvisieren – also auf Grundlage einer fundierten Ausbildung und solidem Fachwissen spontane Entscheidungen zu treffen – ist nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich bedeutsam. Jazzmusiker:innen haben diese Fähigkeit. Sie sind vielseitig, offen und anpassungsfähig, aber auch Individualist:innen – eine kraftvolle Kombination.
Als Jazzabteilung der einzigen Musikhochschule im Land Rheinland-Pfalz haben wir uns dieser Vision des Jazz verschrieben. Wir wollen junge Musiker:innen in ihrer Entwicklung fördern und begleiten und ihnen das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg geben, um sich im Berufsleben professionell zu behaupten und zu einer eigenen Stimme in Musik und Gesellschaft zu finden.
Gleichzeitig fühlen wir uns einem kulturellen Bildungsauftrag verpflichtet: Das Wissen und die Kraft des Jazz für ein breites Publikum erfahrbar zu machen, den Jazz zu erklären, seine Faszination bei Jung und Alt zu entfachen, neue Hörerkreise für ihn zu erschließen – all dies liegt uns am Herzen und prägt unser Handeln.
Die Abteilung für Jazz und Populäre Musik der HfM Mainz hat sich zu einer gefragten Ausbildungsstätte für junge Jazzmusiker:innen wie auch Jazzpädagog:innen in Deutschland entwickelt. International renommierte Dozierende, ein zeitgemäßes, vielschichtiges, auf den aktuellen Musikmarkt ausgerichtetes Curriculum und nicht zuletzt der Standort Mainz sorgen für hohe, stetig wachsende Bewerberzahlen.
Die Hochschule für Musik Mainz ist die einzige Musikhochschule in Rheinland-Pfalz. Einmalig in Deutschland ist die Integration der künstlerischen Ausbildung in eine Volluniversität, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Studierende der Musikhochschule können auf diese Weise am lebendigen Campusleben und den vielfältigen Aktivitäten der Universität teilhaben und sich leicht mit anderen Fakultäten vernetzen. Die rund 37.000 Studierenden prägen natürlich auch die Stadt Mainz mit junger Vitalität und inspirierenden kulturellen Angeboten.
Der SWR und das ZDF prägen Mainz als Medienstadt, die zentrale Lage im Rhein-Main-Gebiet führt zu einer synergetischen Vernetzung der unterschiedlichen Jazz-Szenen und bietet vielfältige Arbeitsmöglichkeiten für junge Musiker:innen. In zahlreichen wöchentlichen Jam-Sessions rund um den Campus trifft sich die Szene. Die Session des Kulturcafés der Universität findet in lauen Sommernächten sogar regelmäßig open air im Herzen des Campus statt – und das bis tief in die Nacht.
Die Jazz Initiative Mainz und der Frankfurter Hof Mainz bieten ein regelmäßiges internationales Jazzprogramm, mit „Treffpunkt Jazz“ gestaltet die Jazzabteilung dort auch eine etablierte Konzertreihe. Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Mannheim sind für inspirierende Konzert- und Festivalbesuche als Spielort für eigene Bands nicht weit entfernt. Mehrere Studierende der Abteilung spielen im Bundesjazzorchester „BuJazzO“, zahlreiche Alumni bereichern mit ihren Projekten die deutsche Jazz-Szene, lehren an Hochschulen und spielen in Rundfunk-Big Bands.
Die Dozentenschaft der Abteilung ist weltweit vernetzt, so können häufig internationale Gäste (u.a. Gary Keller, David Binney, Riccardo Del Fra und Horacio “el Negro“ Hernandez) für Workshops und Konzerte an der Hochschule gewonnen werden. Erfolgreiche Austauschprojekte u.a. mit der University of Miami und dem Conservatoire national supérieur de musique de Paris unterstreichen den internationalen Ruf der Abteilung.
Ein intensiver Kontakt zur Landesarbeitsgruppe Jazz RLP und zum Landesjazzorchester gewährleistet die regionale Vernetzung. Die Combo „Jazz Messengers“ der Mainzer Jazz-Abteilung bringt „Jazz zum Anfassen“ in die allgemeinbildenden Schulen sowie die Musikschulen von Rheinland-Pfalz. Konzerte der Jazzabteilung erklingen nicht nur auf dem Campus, sondern auch an zahlreichen umliegenden Konzertorten. Durchgängig hohe Besucherzahlen in den Konzerten belegen die besondere Strahlkraft der Abteilung als Kulturträger in Stadt und Region.
Die BigBand ist das Aushängeschild der Abteilung Jazz/Pop. Sie setzt sich zusammen aus Studierenden der Abteilung und erarbeitet semesterweise neue Programme. Während dem Studium ist die Teilnahme an BigBand phasenweise verpflichtend
Die wöchentlich stattfindenden Jazzforen sollen Studierenden und Lehrenden der Jazzabteilung als künstlerisch-pädagogische Präsentationsplattform dienen. Neben der Anwesenheit aller Studierenden der Jazzabteilung sind auch Studenten und Lehrende anderer Abteilungen herzlich eingeladen.
Die Palette der Veranstaltungsarten beinhaltet Konzerte, Workshops, Präsentationen namhafter Gastdozent:innen, Medienpräsentationen, Symposien, Präsentationen wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Bereich Jazz sowie Aufführungen abteilungsübergreifender Projekte etc.
Die Foren dienen dazu, der Jazzabteilung eine gemeinschaftliche Identität zu geben und ihre interne wie externe soziale und künstlerische Kommunikation zu fördern. Darüber hinaus sind Foren öffentlich und ermöglichen somit eine bedeutsame effiziente Außendarstellung der Jazzabteilung sowie der Hochschule im Allgemeinen. Im Übrigen stellen einige der Veranstaltungen in den Foren, z. B. die Workshops, Symposien oder auch die Präsentationen wissenschaftlicher Arbeiten, ein der Öffentlichkeit und den Studierenden frei zugängliches Fortbildungsangebot dar.
Die Jazzforen finden im laufenden Semester jeden Donnerstag um 12:30 Uhr im Jazzraum der HfM Mainz statt. Weitere Informationen sind im Veranstaltungskalender der HfM Mainz zu finden.
Wöchentliche Live Streams mit einstündigen Konzertsets mit Interview aus dem Hochschulstudio. Hier präsentieren Studierende und Lehrende ihre Arbeit. Gefilmt vom Kurs Musikproduktion unter der Leitung von Prof. Moritz Reinisch und in Zusammenarbeit mit dem offenen Kanal Mainz.
Das SWR Jazz College ist eine Kooperation von SWR Kultur mit den Jazzinstituten im Sendegebiet – den Musikhochschulen Mainz, Mannheim und Stuttgart. An einem Abend pro Semester kommen drei Bands (eine von jeder Hochschule) zusammen, um ein Konzert zu spielen. Sie haben sich vorher beworben und sind hochschulintern ausgewählt worden.
Der Abend findet rotierend in Mannheim, Mainz und Stuttgart statt.
Eines der zahlreichen Ensembles, die jedes Semester angeboten werden ist die von Alexander Gelhausen gegründete jazzpädagogische Combo „Jazz Messengers Rheinland-Pfalz“. Die Studierenden spielen für die Schüler:innen an allgemeinbildenden Schulen oder Musikschulen „Jazz zum Anfassen“ und machen zu diesem Zweck unter der Leitung von Thomas Bachmann eine kleine Tournee durch unser schönes Bundesland. Begeisterte Schüler:innen, Artikel in der Fachpresse, ein Radiofeature im SWR und credit points gab es bis dato zur Belohnung.
„Treffpunkt Jazz!“ bringt den Hochschul-Jazz in die Stadt und gibt den Studierenden ein Podium, sich auf der renommierten Bühne des Frankfurter Hofs unter „Live-Bedingungen“ – jenseits des Campus als „geschützten“ Raum – zu präsentieren, oft gemeinsam mit Stargästen wie z.B. dem US-Jazzsänger Al Jarreau. Ins Leben gerufen wurde die erfolgreiche Konzertreihe von Kulturdezernentin Marianne Grosse gemeinsam mit Professor Sebastian Sternal von der Abteilung Jazz und Populäre Musik und dem Programmchef des Frankfurter Hofs Mainz, Ludwig Jantzer. Das Konzept: Nach einem ca. 60-minütigen moderierten Themenkonzert folgt jeweils eine ca. 60-minütige offene Jam-Session, die durch einen etablierten Profimusiker als Überraschungsgast animiert wird – das „Session Cat“. In Konzerten mit so unterschiedlichen Themen wie „Tribute to Ella & Louis“, „Lars Reichow erklärt den Jazz“, „Die drei Tenöre“, „Remembering Paul Kuhn“ und „Funk & Soul Jazz Night“ erklingt nicht nur tolle Musik, es gibt stets auch spannende Hintergrundinformationen. So wird die Reihe auch einem kulturellen Bildungsauftrag gerecht. Häufig ist mit Alexander Gelhausen auch ein erfahrener Sprecher und Moderator eingebunden. Die Reihe erfreut sich hoher Besucherzahlen und hat sich schnell zu einer „Marke“ in Stadt und Region entwickelt, die in Presse, Radio und Fernsehen große Aufmerksamkeit erfährt.
Inhalt folgt
In Rheinland Pfalz gibt es ein großes Netzwerk aus Locations, Initiativen, Vereinen und Verbänden, die sich die Aufführung und Förderung des Jazz zur Aufgabe gemacht haben. Die Abteilung Jazz und Populäre Musik ist Teil dieses großen Netzwerkes. Dies schafft nicht nur eine Fülle von Auftrittsmöglichkeiten, sondern gibt der Hochschule für Musik Mainz, als einziger Musikhochschule des Bundeslandes, auch die Möglichkeiten, die Jazz- und Popszene in Rheinland Pfalz aktiv mitzugestalten.
Als einer der wichtigsten überregionalen Partner:innen unserer Abteilung ist das „Jazzinstitut Darmstadt“ unter der Leitung von Dr. Wolfram Knauer zu nennen. In diesem international bedeutsamen Archiv finden sich die Antworten auf (annähernd) alle Fragen des Jazz.
Frankfurter Hof (Mainz Zentrum)
Schon Schön (Mainz Zentrum)
ESG Bar (Campus)
Landesarbeitsgemeinschaft Jazz Rheinland-Pfalz e.V.
Landesarbeitsgemeinschaft Rock und Pop in Rheinland-Pfalz e.V.
Landesjugendjazzorchester Rheinland-Pfalz
Die Abteilung Jazz und Populäre Musik unterhält zahlreiche und lebendige Kontakte ins Ausland. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der University of Miami haben Studierende die Möglichkeit, 1-2 Semester ihrer Studienzeit in den USA zu verbringen. Zudem bestehen mit zahlreichen europäischen Musikhochschulen Erasmus-Verträge (u.a. in Italien, Österreich, Norwegen, Polen, siehe hier).
Darüber hinaus gibt es immer wieder höchst erfolgreiche Projekte mit ausländischen Hochschulen, z.B. „Jazz aus Mainz und Paris 2012“ mit dem renommierten Conservatoire national supérieur de musique, in Zusammenarbeit mit dem DAAD und dem Institut francais.
Lehrende nach Instrument/Fach:
Bass
Gesang
Gitarre
Klavier
Komposition/Arrangement
Musikproduktion
Posaune
Saxophon
Schlagzeug
- Mario Garruccio
- Max Jentzen
- Renis Mendoza
- Axel Pape
- Thomas Sauerborn
- In Memoriam: Janusz-Maria Stefanski (†)
Theorie/Musikgeschichte
Trompete
Ensemble-Leitung
- Oliver Lutz
- Renis Mendoza
- Jiggs Whigham
Weitere Lehrende
Die „Gutenberg Jazz Alliance“ wurde im Jahr 2017 gegründet und besteht aus dem Kuratorium, das die Abteilung für Jazz und Populäre Musik in strukturellen Fragen berät, und dem Künstlerischen Beirat, der sich vorrangig mit fachlichen Fragen befasst.
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