Forschung bildet – neben der künstlerischen Praxis und der Lehre – ein zentrales Standbein der Hochschule für Musik Mainz (HfMM). Unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universität Mainz profitiert die HfMM von einer exzellenten interdisziplinären und infrastrukturellen Einbindung, die optimale Rahmenbedingungen für vielfältige Forschungsvorhaben sowie nationale und internationale Vernetzung schafft. 

Die Forschungsschwerpunkte an der HfMM liegen in den Bereichen Musikpädagogik, Musiktheorie und Musikwissenschaft.

Musikpädagogik – Forschung – Praxistransfer

Wie funktioniert musikalisches Lernen – und welche Bedeutung hat Musik für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen? Wie kann Teilhabe am Musikkultur ermöglicht werden? Die musikpädagogische Forschung an der Hochschule für Musik Mainz geht diesen Fragen nach. Im Mittelpunkt stehen Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung ebenso wie Projekte zur Erforschung von Teilhabe an Musikkultur und ihren Bedingungsfaktoren. Dabei ist uns der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die pädagogische Praxis ein zentrales Anliegen – um Musikvermittlung in Schule, Hochschule und Gesellschaft nachhaltig zu gestalten.

Zu den Forschungsschwerpunkten der Abteilung Musiktheorie gehören die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, die Geschichte der Musiktheorie sowie Analyse und Theorie der Musik im 20. und 21. Jahrhundert, außerdem Orgelmusik und Orgelbau des 18. und 19. Jahrhunderts. Gegenwärtig ist das Mini-Graduiertenkolleg »Ideengeschichtliche und kompositionsästhetische Perspektiven zur Symphonischen Dichtung « an der Abteilung Musiktheorie in Kooperation mit dem IKM, Abteilung Musikwissenschaft, angesiedelt.

Die »Schriften der Hochschule für Musik Mainz« dienen der Publikation hochschuleigener Dissertationen und Sammelbände zu Forschungsprojekten der Hochschule für Musik. Herausgeber der Reihe sind Valerie Krupp, Immanuel Ott und Birger Petersen.

Ausgangspunkt des Lehrprojekts ist die Verbindung von Biologie, Musik und Bildender Kunst anhand einer Reinszenierung des Stummfilms Das Blumenwunder (1926) anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Films. Der ursprüngliche Film besteht aus Zeitrafferaufnahmen wachsender Pflanzen sowie aus einer Tanz-Performance, die die Bewegungen der Pflanzen imitiert. Im Kontext von Ökologie und (Post)Digitalität fokussiert dieses Projekt nun Pilze, die inhaltlich wie ästhetisch große Potenziale für die fächerübergreifende Lehre bieten – und zwar sowohl als Vermittlungs- und Lerngegenstand, ebenso aber als künstlerisches Ausdrucksmittel: Im Projekt werden Lehramtsstudierende gemeinsam transdisziplinäre Fragen stellen, diese analytisch und produktiv erarbeiten sowie in wissenschaftlich fundierte, audiovisuelle Erzählformate übersetzen, die dann in einer Performance versinnlicht werden. Hierbei kommen in Biologie eher fachliche, aber auch medienkünstlerische Zugänge zum Einsatz (wie VJing mit eigenen Zeitrafferaufnahmen von Pilzen), in Musik hingegen eher (post)digitale Musikpraktiken (wie Sampling).
Nach der eigenen Durchführung erfolgt der Transfer in die pädagogische Praxis, indem die Lehramtsstudierenden das Projekt mit Schüler:innen unserer Kooperationsschulen durchführen.

Projektleiter: Dr. Josef Schaubruch

Klangforscher Prof. Peter Kiefer und Journalist Christian Conradi laden euch auf eine faszinierende akustische Reise ein, bei der ihr lernt, wie Klänge unsere Realität, Geschichte und Kultur formen. Gemeinsam mit ausgewählten Expert:innen tauchen sie ein in die über 5000 Jahre alte Geschichte der Glocke, klären mit Akustikprofis, wie wir mit unseren Ohren die Welt verstehen und wie Räume durch unser Gehör lebendig werden. In diesem Podcast erfahrt ihr außerdem, wie Forscher:innen Klänge der Vergangenheit rekonstruieren und die Akustik antiker Theater, prähistorischer Höhlen und historischer Bauwerke entschlüsseln. Ihr lernt die Rolle von Klängen als „Ohrenzeugen“ in der polizeilichen Ermittlungsarbeit kennen, etwa beim Kampf gegen die italienische Mafia oder bei der Aufklärung von Kriegsverbrechen. Außerdem entlocken die Hosts scheinbar alltäglichen Dingen ihre klanglichen Besonderheiten und tauchen zum Beispiel tief in die facettenreiche Welt des Klopfens ab.

Die Welt der Klänge ist ein Podcast von ARS, Art Research Sound, einem künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekt der Hochschule für Musik Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

Die Reihe „Schriften der Hochschule für Musik Mainz“ richtet sich an Wissenschaftler:innen und Studierende der Musikpädagogik, Musiktheorie und Musikwissenschaft. Die Bände der Reihe dokumentieren die Forschungstätigkeiten an der Hochschule für Musik Mainz und dienen zugleich als Publikationsplattform für thematische Schwerpunktshefte, zu denen renommierte Forschende der unterschiedlichen Disziplinen als Autor:innen eingeladen werden. Die Publikationen nehmen dabei insbesondere die Schnittstellen zwischen akademischer Forschung und Praxis in den Blick.

Die Bände erscheinen als Open-Access-Publikationen.

Der Komponist und Musiktheoretiker Johann Philipp Kirnberger ist neben seiner wirkmächtigen Rolle als preußischer Hofkapellmeister in besonderer Weise ein zentraler Protagonist der deutschen und europäischen Musiktheorie des 18. Jahrhunderts: Abgesehen von einem nicht zuletzt von ihm selbst immer wieder platzierten Autoritätsargument – als Schüler Johann Sebastian Bachs – spiegelt sein theoretisches Œuvre das Ringen um den Paradigmenwechsel in der Musiktheorie um 1770 wider. Den einzelnen Aspekten seiner theoretischen Überlegungen zwischen unter anderem Harmonielehre, Kontrapunkt, Stimmungssystem und Melodielehre gehen die Beiträge in diesem ersten Band der Schriften der Hochschule für Musik Mainz nach.

Immanuel Ott / Birger Petersen (Hg.)

Das Aschaffenburger Clavierbuch ist eines der wenigen erhaltenen Manuskripte aus der Zeit um 1700, das nahezu alle zum damaligen Studienrepertoire für Tasteninstrumente zählenden Bereiche umfasst: Der dem Kurmainzer Umfeld in Aschaffenburg zuzurechnende Hauptschreiber des Manuskripts stellte viele anonym und hier erstmalig überlieferte Werke mit besonders wertvollen Klavierkompositionen aus verbreiteten Druckwerken seiner Zeit etwa von Johann Kuhnau oder Johann Pachelbel zusammen, kopierte Generalbassübungen aus der in Süddeutschland verbreiteteten Chirologia von Justinus Will und fügte als Exempla Sätze aus zwei Liedsammlungen des späten 17. Jahrhunderts unter anderem von Laurentius von Schnüffis und Jakob Kremberg hinzu.

Birger Petersen / Markus Stein (Hg.)

Die Choralsätze von Johann Jacob Pagendarm sind in drei Stimmbüchern überliefert, die hier erstmals in einer kritischen Gesamtedition vorlegen – 114 unterschiedliche Choralsätze verschiedener Provenienz und Qualität, sämtlich aber zu den Liedern des Lübeckischen Gesangbuchs, das 1703/04 verordnet wurde. Die Bassstimme (deren Stimmbuch seit dem 2. Weltkrieg verschollen ist) wurde von Henrik Schuld im Rahmen einer Qualifikationsarbeit unter Zuhilfenahme einer KI ergänzt.

Die Edition entstand im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts Kirchenlied und Kirchenmusikpraxis im Ostseeraum des 17. Jahrhunderts der Rhein-Main-Universitätsallianz (RMU), an der die Universitäten Darmstadt, Frankfurt am Main und Mainz beteiligt sind und in dem das Kirchenliedrepertoire des deutsch-dänischen Grenzbereichs und auf diesem Corpus beruhende Vokal- und Instrumentalkompositionen in den Blick genommen wurde: Im Zentrum stand das gemeinsame Repertoire eines im weitesten Sinn »nordischen Raums«, also Dänemark und Norddeutschland, mit einem Schwerpunkt auf der deutsch-dänischen Grenzregion; dabei war aus historischen Gründen nicht nur das Gebiet Sønderjylland, sondern auch das gesamte Gebiet des Großherzogtums Schleswig-Holstein mit der Stadt Lübeck einzubeziehen.

Birger Petersen / Henrik Schuld (Hg.)

Informationen zur Promotion an der Hochschule für Musik Mainz finden Sie hier: