Zahl und Klang: Donnerstag, 16. Juni 2016

19:30 Uhr I Roter Saal
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Gottfried Wilhelm Leibniz und seine Rechenmaschine
PD Dr. Ulf Hashagen

Der vor allem aufgrund seiner philosophischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Leistungen berühmte Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz ist auch mit bedeutenden technischen Erfindungen hervorgetreten und hat sich zum Beispiel mit dem Einsatz von
"Windkünsten" im Oberharzer Bergbau befasst. Sein bei weitem wichtigster Beitrag zur Technikentwicklung war die "Leibnizsche Rechenmaschine" – ein Meilenstein in der Entwicklung von mechanischen Rechenmaschinen und in der Vorgeschichte der Informatik. Die von Leibniz
erfundene Staffelwalze ermöglichte zum ersten Mal die Konstruktion einer Rechenmaschine, mit der auch multipliziert und dividiert werden konnte. Zwar konnte Leibniz sein Ziel, durch seine Erfindung nicht länger "die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden" aufgrund der großen mechanisch-konstruktiven Probleme beim Bau der Maschine nicht erreichen, aber seine Erfindung prägte die Rechenmaschinenentwicklung bis ins 20. Jahrhundert hinein. 

 (Ulf Hashagen / Rechenmaschine, Foto: Deutsches Museum Archiv)

 

Der Welte-Musikautomat
präsentiert von Thomas Jansen

Mit diesem Musikautomaten lassen sich – durch ein sogenanntes Welte-Vorsatzgerät, der an einem normalen Flügel die Werke mit pneumatischer Technik abspielt – historische Aufnahmen, teilweise noch aus den 20er Jahren, im Zusammenhang von Musik und Mathematik spielen. Die Präsentation von Thomas Jansen ist eine der seltenen Gelegenheiten, das Instrument mobil in einem Konzertsaal außerhalb von Museen erleben zu können. Die auch visuell beeindruckenden Piano-Rollen werden über Video sichtbar gemacht. Zu hören sind Kompositionen u.a. von Conlon Nancarrow, Paul Hindemith, Ernst Toch und Hans Haass. Diese basieren auf teilweise sehr komplexen mathematischen Proportionen.

Thomas Jansen Thomas Jansen ist Gründer und Direktor des Musikinstrumentenmuseums Monschau, ist ein weltweit gefragter Experte für Welte-Pianos und hat ein System entwickelt, mit dem in heutiger Computertechnik alte Originalrollen gescannt und neu gestanzt werden können.

Projektleiter: Prof. Peter Kiefer

 

begleitend dazu
Freitag, 17. Juni 2016
10:00-13:00 Uhr I Roter Saal

Gastvortrag: Einblicke in Geschichte und Technik des Welte-Musikautomaten

Seit 1905 gibt es das Welte-Mignon-Reproduktionsklavier und die rein mechanisch-pneumatische Steuerung birgt bis heute einige Geheimnisse. In einem öffentlichen
Vortrag von Thomas Jansen wird das Innenleben des Instrumentes erforscht und mithilfe einiger Pianorollen Einblicke in die Geschichte dieses faszinierenden Instruments
ermöglicht.