Zahl und Klang

– Musik und Mathematik zum 300. Todesjahr von Gottfried Wilhelm Leibniz –

Zahl und Klang

1. Projektidee

In seinem Brief vom 27. April 1712 an Christian Goldbach äußert Gottfried Wilhelm Leibniz den berühmten Gedanken „Musica est exercitium arithmeticae occultum nescientis se numerare animi.“ – „Musik ist die verborgene Mathematik der unbewusst rechnenden Seele.“

Diese Aussage von Leibniz steht exemplarisch für eine ganze Reihe von Betrachtungen aus unter-schiedlichen Zeiten, die eine tiefliegende Verwandtschaft zwischen Musik und Mathematik postulieren. Leibniz’ Aussage bekommt allerdings dadurch besonderes Gewicht, dass sich hier ein Mathematiker zu dieser Beziehung äußert, während es vor allem im Mittelalter und der Renaissance Musiktheoretiker sind, die die Bedeutung der „Zahlengesetze“ für die Musik darstellten. Die Verbindungen zwischen diesen beiden Disziplinen sind dabei nicht nur vielfältig, sondern berühren häufig fundamentale ästhetische Fragestellungen, die in hohem Maß in die Musik- und Kompositionspraxis unterschiedlicher Epochen hineinwirken. Beispielsweise lässt sich die Tonartencharakteristik seit dem frühen 18. Jahrhundert – etwa die Charakterisierung der Tonart Es-Dur als „heroisch“ – nur aus Sicht der verwendeten Stimmungssysteme erklären, die in vielen musik-theoretischen Schriften als mathematisches Problem diskutiert wurden. Aber auch die formalen Proportionen einer Komposition lassen sich unter mathematischen Gesichtspunkten betrachten, während gerade in Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts der Verwendung mathematischer Prinzipien in der präkompositorischen Phase der Entstehung eines Werkes eine entscheidende Bedeutung zukommen kann.

Ein Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule für Musik Mainz und dem Institut für Mathematik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz anlässlich des Leibniz-Gedenkjahres 2016.

2. Veranstaltungsreihe und Eröffnung im Staatstheater Mainz

„Zahl und Klang“ wurde als Reihe konzipiert mit sechs Veranstaltungen im Sommersemester 2016.

Die Eröffnung der Reihe findet mit Einladung von „Physik im Theater“ am 18. April im Großen Haus des Staatstheaters Mainz statt.
Kostenlose Einlasskarten sind über die Theaterkasse erhältlich.

Die weiteren Termine im Semester finden im Roten Saal und im Orgelsaal der Hochschule für Musik statt sowie in der Alten Mensa. Anmeldung über www.veranstaltungen.hfm-mainz.de
Informationen zum ausführliche Programm finden Sie auf dieser Seite in der rechten Spalte.

3. Zahl, Klang und Bild – Posterausstellung

Die vielfältigen Verflechtungen zwischen Musik und Mathematik werden untersucht, kontextualisiert und von den Abteilungen Musiktheorie und Schulmusik/Musikpädagogik in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Mainz aufbereitet und präsentiert. Ergänzend dazu werden Plakate mit visualisierten mathematischen Strukturen des Instituts für Mathematik gezeigt.
Die Posterausstellung ist am 18. April im Foyer des Staatstheaters zu sehen sowie ab dem 28. April im Foyer der Hochschule für Musik Mainz.